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Schreiben wie die alten Römer

Ob Füller, Kugelschreiber oder Tintenroller: Heute sind wir es gewohnt, mit und auf den verschiedensten Materialien zu schreiben. Doch wie haben das die Menschen früher gemacht? Zum Beispiel die alten Römer? Wir von Papier Kreis haben es für Sie recherchiert. Mit dem kostenlosen Download können Sie die Schrift der Römer auch gleich selbst ausprobieren.

Römer Schrift: Wachstafeln und Griffel

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegt ein kleiner Jutebeutel, auf dem eine aufgeklappte römische Wachstafel mit rotem Wachs liegen. Jemand schreibt mit einem Griffel aus Bronze das Wort "Römer!" in das Wachs. Foto: Johanna Rundel

Mit einem Griffel aus Bronze werden die Buchstaben in das weiche Wachs geritzt.

Zunächst schrieben die Römer mit Tinte auf etwa 15 x 20 Zentimeter große, geweißte Holztafeln. Diese wurden später von kleinen Wachstafeln abgelöst, den sogenannten "tabulae ceratae". Das "Tablet" der Antike bestand aus einem rechteckigen Holzplättchen, das außen mit Stegen umrandet und dessen Innenflächen mit Bienenwachs gefüllt wurde. Die Römer nutzten Wachstafeln vor allem im Alltag, zum Beispiel für Schulaufgaben, Konzepte, Rechnungen oder Notizen.

Geschrieben wurde mit einem zweiseitigen Griffel aus Bronze (stylus), Knochen (graphium), Holz oder Elfenbein. Mit der spitzen Seite ritzten die Schreibenden Buchstaben in das weiche Wachs. Mit der spatelförmigen Seite konnten sie fehlerhafte Buchstaben oder Worte wieder glattstreichen und somit "ausradieren". Für größere Partien oder zum Löschen der gesamten Tafel diente ein breiter Spachtel als "Radiergummi". Die Wachstafeln konnten immer wieder verwendet werden. In die Sonne gelegt oder über Nacht am warmen Ofen gelagert, erhielten die Täfelchen wieder eine makellose, ebene Oberfläche.

Oft wurden mehrere Tafeln zu einem sogenannten Codex zusammengebunden, entweder mit Lederbändchen, Schnüren oder auch Metallscharnieren. Je nachdem wie viele Tafeln man zusammenfügte, wurden die "tabulae" dann als diptycha, triptycha oder polyptycha (Zwei-, Drei- oder Vieltafeln) bezeichnet.

Wenn etwas vertraulich bleiben sollte, wie beispielsweise ein Brief, verschnürte der Absender die Bindung und versiegelte sie anschließend mit heißem Wachs und dem Abdruck seines Siegelrings. Solange das Siegel intakt war, konnte sich der Empfänger sicher sein, dass niemand anderes den Inhalt des Dokuments gelesen hatte.  

Video: Do it yourself Wachstafel

Sie wollen das Schreiben mit Wachstafel und Griffel selbst ausprobieren, haben aber keine Ahnung, woher Sie eine solche Tafel bekommen sollen? Dann bauen Sie sie doch einfach selbst! In diesem Video sehen Sie, wie es geht.

Römer Schrift: Papyrus und Buchrolle

Im alten Rom kannte man die "Massenware" Papier noch nicht. Deshalb wurde alles, was von Bestand sein sollte, auf Papyrus geschrieben. Zum Beispiel literarische Texte, private und öffentliche Urkunden, Protokolle oder Briefe.

Papyrus wird aus dem Stengelmark der ägyptischen Papyrusstaude hergestellt. Papyrus wurde meist als Rolle angeboten. Hierfür wurden die einzelnen Papyrusbögen verleimt und auf Holz, Elfenbein oder Metallstäbe aufgerollt. Das Format variierte: Zwischen 20 - 25 cm Höhe und 8 - 10 m Länge war alles erhältlich.

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegt ein Papier, auf dem mit römischer Schrift ein Alphabet geschrieben steht. Auf dem Papier steht ein dunkles CALAMVS-Tintenfass von Aratrum. Ein angespitztes Schilfrohr (Calamus) liegt daneben. Foto: Johanna Rundel

Heute gibt es Tinte in den verschiedensten Farben in Fässchen zu kaufen – zum Beispiel für die Calamus Serie von Aratrum.

Zum Beschreiben und Lesen wurden die Schriftrollen vom rechten Stab ab- und auf den linken aufgerollt. Das Geschriebene wurde in einzelne Kolumnen (Spaltensatz, vom lateinischen "columna", Stütze/Säule) aufgeteilt. So blieb beinahe der gesamte Text auf den Stäben und nur die Spalte des Abschnittes, der gerade bearbeitet wurde, war sichtbar. In der Spätantike löste das teure Pergament (eine nicht gegerbte, nur leicht bearbeitete Tierhaut) den Papyrus ab.    

Römer Schrift: Der Calamus

Die Römer beschrieben Papyrus – und später auch das Pergament – mit dem sogenannten "calamus", einem zugespitztem Schreibrohr aus Schilf und farbiger Tinte. Schwarze Tinte bestand aus Gummiarabikum, Holzkohle, Ruß und kaltem Wasser. Für rote Tinte wurden statt Ruß eisenoxydhaltige Erden, das sogenannte Ocker, verwendet. Als "Tintenkiller" diente ein einfacher Naturschwamm.

Der Calamus ähnelt in seinen Grundfunktionen einem einfachen Stift zum Eintauchen. Eine solche Form der Füllhalter gibt es heute immer noch, wie beispielsweise beim Kaweco Special Dip. Das Schreiben mit einer Schreibfeder ist deutlich komfortabler, elastischer und präziser als mit einem starren und relativ groben Schilfrohr. Schreibfedern, wie wir sie heute kennen, wurden jedoch erst zum Ende des 18. Jahrhunderts erfunden. Mit dem Einsatz von Gänsekielen (ab etwa dem 4. Jahrhundert), die einen kleinen Tintenvorrat aufnehmen können, beginnt der Weg hin zu Kolben- oder Patronenfüllhaltern. 

 

 

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegen mehrere weiße Gänsefedern in einer Reihe. Die Kiele zeigen zum Betrachter. Foto: Johanna Rundel

Die Kiele von Gänsefedern können einen kleinen Tintenvorrat aufnehmen.

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegt ein aufgeschlagenes, beschriebenes Notizbuch. Darauf liegt ein schwarzer Kaweco Special DipPen. Oberhalb davon ist ein offenes, dunkles Tintenfass zu sehen.

Der DipPen von Kaweco ist ein moderner Federhalter – perfekt für Kalligrafie & Co..

Als Hommage an die historischen Schreibgeräte der Römer hat Aratrum unter dem Motto "CALAMVS SCRIPTORES – Wir rufen die Schreiber", die CALAMVS-Kollektion entwickelt. Die Serie besteht aus Füllhalter, Kugelschreiber und Roller. Zur Ausstattung gehört ebenfalls ein Tintenfass mit drei dunklen Farbtönen.

Unser Tipp: Sie wollen wissen, wie Sie mit einer Schreibfeder und Tinte am besten umgehen? Dann klicken Sie sich doch mal zu unserem Beitrag über Modern Calligraphy und lassen sich inspirieren.  

Ein heller, goldener Aratrum Calamus Füller, der in seine Einzelteile zerlegt wurde, die aufgereiht, nacheinander hingelegt worden sind.

Der CALAMVS von Aratrum hat einen Kolbenkonverter mit Sichtfenster, durch das der Füllstand und die Tintenfarbe erkennbar ist.

Römer Schrift: Die Schriftentwicklung

Im Gegensatz zu uns heute, schrieben die Römer ohne Punkt und Komma (scriptio continua), ohne Groß- und Kleinschreibung und mit ziemlich schräger Schrift. Die in Stein gemeißelte oder geritzte Schrift der Römer nannten sich Lapidar-Antiqua (lateinisch lapis = Stein). Aus dieser entwickelte sich dann die Capitalis Monumentalis, die in Bezug auf Form, Ästhetik und Proportion als das Ideal der lateinischen Schrift gilt. Die Großbuchstaben unseres heutigen Alphabets stammen direkt davon ab. Die über 2.000 Jahre alte Schrift ist somit immer noch genauso aktuell wie damals.  

Römer Schrift: Die Römische Majuskel Kursive

Parallel zur Capitalis Monumentalis entwickelte sich eine Alltagsschrift, die mit weniger Aufwand und vor allem schneller geschrieben werden konnte: die römische Majuskel-Kursive. Als Kursivschrift wird allgemein eine verbundene, schnell geschriebene und dadurch oftmals leicht geneigte Schrift bezeichnet. Mit der Zeit bekam diese Alltagsschrift handschriftliche Züge. Es bildeten sich zahlreiche Ligaturen (Buchstabenverbindungen) heraus. Auch erste Ober- und Unterlängen entstanden, aus denen sich die Anfänge unseres heutigen Kleinbuchstabenalphabetes ableiten.

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegt ein Papier, auf dem mit römischer Schrift ein Alphabet geschrieben steht. Daneben liegt ein kleiner Jutebeutel, auf dem eine römische Wachstafel mit rotem Wachs und ein Griffel aus Bronze liegen. Oberhalb davon ist ein Tintenfass und eine Blechdose mit einem modernen Füllfederhalter von Kaweco zu sehen. Foto: Johanna Rundel

Ob auf Wachstafel, Papyrus, Pergament oder Papier, die Römische Majuskel Kursive ist immer eindrucksvoll.

Auf einem rustikalen Holzuntergrund liegen von oben nach unten: eine römische Wachstafel mit einem Griffel aus Bronze, ein angespitztes Schilfrohr (Calamus), eine Gänsefeder, ein Tintenfass von Aratrum und eine Blechdose mit einem modernen Füllfederhalter von Kaweco. Foto: Johanna Rundel

2.000 Jahre Schriftgeschichte in einem Bild: Vom Griffel bis zum modernen Füllfederhalter war es ein langer Weg.

Wenn Sie Lust bekommen haben, wie ein Römer zu schreiben, probieren Sie doch einmal die Römische Majuskel Kursive selbst aus. Wir haben Ihnen dafür das Alphabet als Vorlage zum Download vorbereitet. Damit können Sie sofort anfangen.

Ein rechteckiges, rotes Icon auf dem in weißer Schrift "Download Alphabet Römische Majuskel Kursive" steht.

Unser Tipp: Es gibt in Museen oder Volkshochschulen auch Schreibkurse für Erwachsene und Kinder, in denen Sie die Römer Schrift lernen und/oder einen eigenen Calamus, Tinte oder Wachsplatten herstellen können. Schauen Sie am besten online nach einer Veranstaltung in Ihrer Nähe.

Schreibgeräte bei Papier Kreis

Auch wenn wir in unserem Geschäft in Hanau leider keine angespitzten Schilfrohre oder Wachstäfelchen verkaufen, können wir Ihnen für Ihr Projekt "Schreiben wie die Römer" trotzdem einiges Material anbieten: Tintenfässer mit verschiedenfarbigen Tinten, Schreibfedern, ebenso wie moderne Schreibgeräte (zum Beispiel von Kaweco) – damit können Sie die Römer Schrift mindestens genauso gut aufs Papier bringen. Kommen Sie vorbei, wir von Papier Kreis in Hanau beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihren Besuch.